Kapitalanlage

Unser Ansatz

Die Bayerische Versorgungskammer verwaltet für 12 Versorgungswerke insgesamt Kapitalanlagen in Höhe von rd. 85 Mrd. Euro (Stand 31.12.2018). Die Grundlage für die Investitionstätigkeit stellt die strategische Planung dar, die regelmäßig in einem Dreijahresrhythmus überarbeitet und aktualisiert wird. Die Ermittlung eines unter Berücksichtigung von Rendite- und Risikogesichtspunkten optimalen Portfolios für die Versorgungswerke erfolgt zum einen unter Berücksichtigung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften und zum anderen unter Berücksichtigung der versicherungsmathematischen Verpflichtungen. Die Grundlage hierfür ist das Asset-Liability-Management, welches gemeinsam vom aktuariellen Controlling und vom Risikocontrolling der Kapitalanlage durchgeführt und regelmäßig für die Beurteilung der Risikosituation der Versorgungswerke genutzt wird.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase haben die Direktinvestitionen in klassischen Rentenpapieren an Bedeutung verloren. Im Gegenzug sind die über Fondsanlagen getätigten Investments stark angestiegen. Insbesondere Beteiligungs- und Immobilieninvestments wurden bei der Anlage stärker berücksichtigt.

Beispiele aus unserem weltweiten Immobilienbestand

Unsere Anlageklassen

Wir investieren die zur Anlage stehenden Gelder weltweit an den Finanz- und Immobilienmärkten und stellen die Verwaltung der Kapitalanlagen mit einem Volumen von insgesamt über 85 Milliarden Euro entsprechend regulatorischer und kundenspezifischer Anforderungen sicher. Hier geben wir einen Überblick über die Tätigkeiten in den einzelnen Anlageklassen.

Aktieninvestments

Die Aktienanlagen sind weltweit gestreut, wobei die von der Bayerischen Versorgungskammer aufgelegten Fonds unterschiedliche Schwerpunkte haben. Beispielsweise investieren einige Fonds in Large Caps, andere haben ihren Schwerpunkt bei kleineren und mittleren Unternehmen.

Ergänzt werden diese Mandate durch sogenannte Balanced Mandate (Steuerung von Aktien- und Rentenquoten) sowie Absolute Return Fonds, die derivative Instrumente nutzen. 

 

Alternative Investments

Als alternative Investments verstehen wir unsere Beteiligungen in Private Equity, Infrastruktur und Timber, aber auch unsere Engagements in Hedgefonds. Die Beteiligungsfonds haben mit einer Laufzeit von zehn bis 15 Jahren einen langfristigen Charakter. Diese Fonds orientieren sich nicht an Benchmarks. Aktuell halten die Beteiligungsfonds Anteile an 50 unterschiedlichen Programmen.

Mit der Investition in Hedgefonds versucht die Bayerische Versorgungskammer unabhängig von der Marktentwicklung laufende Erträge zu erzielen. Sie werden daher als Absolute Return Fonds bezeichnet. Die von der Bayerischen Versorgungskammer aufgelegten Dachfonds sind als sogenannte Separate Accounts strukturiert, an denen nur die Versorgungswerke der Bayerischen Versorgungskammer als Investoren beteiligt sind. Dies erhöht die Liquidität, Transparenz und Einflussmöglichkeiten der BVK.
Wertpapier-, Geldhandel- und Realkredite

In diesem Bereich wird ein Volumen von rund 32 Mrd. Euro verwaltet, was in etwa 40 Prozent der gesamten Kapitalanlagen der Bayerischen Versorgungskammer ausmacht.

Aufgrund der aktuellen Zinssituation werden kurzfristige Kapitalanlagen in Form von Tages- und Termingeldern sowie Geldmarktfonds zur kurzfristigen Liquiditätssteuerung getätigt. Bei den Realkrediten werden großvolumige hypothekenbesicherte Finanzierungen von fertiggestellten Büro-, Einzelhandels- und Wohnimmobilien im deutschsprachigen Raum mit einem maximalen Beleihungsauslauf von derzeit 80 Prozent getätigt.

Alternative Zinsstrategien

Die von der Bayerischen Versorgungskammer aufgelegten Fonds investieren breit diversifiziert in Unternehmensanleihen mit unterschiedlichem Rating (Schuldnerqualität) und in Schwellenländeranleihen (z. B. in asiatischen oder südamerikanischen wachstumsstarken Volkswirtschaften), die aufgrund ihres Risikoaufschlags (Spread) eine deutlich höhere Verzinsung gegenüber deutschen Staatsanleihen aufweisen.

Außerdem stehen wir global in Zusammenarbeit mit anderen Investoren als Partner bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten bereit.

Immobilienfonds

Wir initiieren und betreuen auch internationale Immobilieninvestments. Der Akquisitionsprozess einer Immobilie wird nach Abstimmung mit den BVK-Fondsbetreuern durch ein Investmentkomitee freigegeben.

Im Falle einer positiven Einschätzung erfolgt ein umfangreicher Prüfungsprozess, der eine Besichtigung des Objekts durch eine/n Mitarbeiter/-in der BVK mit einschließt. Die abschließende Kaufentscheidung wird durch den Anlageausschuss ausgelöst. Im Geschäftsjahr 2018 wurden neue Investitionen in Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro getätigt.

 

Immobilien Portfolio Management

Die Immobilien-Portfolien der Versorgungswerke werden nach Risiko- und Renditegesichtspunkten sowie unter Berücksichtigung von Marktentwicklungen und Anlagetrends gesteuert. Dabei werden auch die Anlagen aus den BVK-Immobilienfonds mit einbezogen. Jährlich werden dem Vorstand konkrete Handlungsalternativen zu den direkt gehaltenen Immobilien vorgelegt.

Bitte senden Sie Ihre Anfragen und Fragen an: immobilieninvestment-global@versorgungskammer.

Immobilien Direktanlage

Dieser Bereich setzt sich zusammen aus Investitionen in Immobilien in der Direktanlage sowie aus Verkaufsprozessen aus dem eigenen Portfolio. 

Ankauf

Wir suchen ständig nach interessanten Investitionsmöglichkeiten im Bundesgebiet. Aufgrund des harten Wettbewerbs haben wir die Suche nach Direktinvestitionen auch auf sogenannte B-Standorte ausgeweitet. Zudem werden interessante Paketkäufe von Immobilien geprüft, die dann als Spezialfonds geführt werden.

Detaillierte Angaben zum Anlageprofil 2019 entnehmen Sie bitte der folgenden Datei.

Verkauf

Im Rahmen des aktiven Portfoliomanagements verkaufen wir auch Immobilien. Die Verkäufe werden nach einem festgelegten Bieterverfahren durchgeführt. Hier können Sie sich über unsere aktuell zum Verkauf stehenden Immobilien informieren.

Bitte senden Sie Ihre Anfragen und Fragen an: immobilieninvestment-dach@versorgungskammer.de.

André Heimrich

Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass sich unsere Anlagestrategie auszahlt und für eine stabile Altersversorgung niemand darauf vertrauen muss, dass die Phase niedriger Zinsen kurz und vorübergehend ist. Unsere Kapitalanlage erarbeitet sorgfältig die richtigen Antworten auf die Herausforderungen der Märkte und ist auf die Anforderungen unserer Versicherten und Versorgungsempfänger ausgerichtet.

André Heimrich, Vorstand Kapitalanlagen

Nachhaltige Kapitalanlage

Die Bayerische Versorgungskammer hat mit ihrem Kapitalanlagevolumen ein beachtliches „Gewicht“ im Kapitalmarkt. Dies gilt es, verantwortungsvoll einzusetzen – allein und im Verbund mit anderen Investoren. Deshalb haben wir als erster Altersversorger in Deutschland die Richtlinien für verantwortungsvolles Investment (PRI) unterzeichnet:

  • Wir werden ESG-Themen (ESG=Environmental, Social und Corporate Governance) in die Analyse- und Entscheidungsprozesse im Investmentbereich einbeziehen.
  • Wir werden aktive Eigentümer sein und ESG-Themen in unsere Aktionärspolitik und -praxis einbeziehen.
  • Wir werden eine angemessene Offenlegung in Bezug auf ESG-Themen bei den Gesellschaften fordern, in die wir investieren.
  • Wir werden die Akzeptanz und die Umsetzung dieser Grundsätze in der Investmentbranche vorantreiben.
  • Wir werden zusammenarbeiten, um unsere Wirksamkeit bei der Umsetzung dieser Grundsätze zu steigern.
  • Wir werden über unsere Aktivitäten und unsere Fortschritte bei der Anwendung der Grundsätze Bericht erstatten.
Wir setzen auf Engagement!
Baum mit Herz; Copyright: BrianAJackson - istockphoto

Bei der Konzeption der Nachhaltigkeitsstrategie wurden die verschiedenen Ansätze – Best in Class, Ausschlussprinzip oder Engagement-Ansatz – mit Blick auf unseren Versorgungsauftrag analysiert.

Sowohl das Ausschlussprinzip als auch der Best-in-Class Ansatz haben für unseren Versorgungsauftrag systematische Schwächen. So kann bei einem noch so strengen Ausschlussprinzip letztlich für uns nicht garantiert werden, dass wirklich nur nachhaltige Investments getätigt werden. Dennoch gibt es Bereiche, z. B. Streubombenhersteller, die wir als mögliche Investments ausschließen.

Andererseits verhindert der Best-in-Class Ansatz gerade eine diversifizierte Kapitalanlage und scheidet für uns aus Risikogesichtspunkten aus. Wir haben uns für den sogenannten Engagement-Ansatz entschieden, also die Einflussnahme auf Unternehmen über Stimmrechte, da wir davon überzeugt sind, nur durch einen konstruktiven Dialog mit den Unternehmen unseren maximalen Einfluss ausüben zu können, um diese zum nachhaltigen Wirtschaften anzuhalten. Unser Auftrag als Treuhänderin erfordert es, optimale Renditen zu erwirtschaften und zugleich eine stabile, langfristig ertragreiche und sichere Kapitalanlagepolitik umzusetzen.

Der Engagement-Ansatz des „aktiven Investors“ entspricht auch am umfassendsten den oben vorgestellten Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investment. In der Praxis bedeutet dies, dass wir auf allen Ebenen, die uns als Investor zur Verfügung stehen, den Gedanken des nachhaltigen Investierens fördern und fordern. Wir suchen dabei den Dialog mit allen unseren Geschäftspartnern und nehmen maximale Einfluss in allen Anlagebereichen, um ein erfolgreiches und nachhaltiges Wirtschaften im Sinne der PRI-Richtlinien zu gewährleisten. Bei allen unseren Anlageentscheidungen ist es uns wichtig zu wissen, bei wem wir unser Geld investieren. So fordern wir vor jeder Investition eine angemessene Offenlegung der ESG-Faktoren bei den Gesellschaften, in die wir investieren wollen.

Nicole Becker, Nachhaltigkeitsreferentin

Es geht auf lange Sicht nicht ohne verantwortungsbewusstes unternehmerisches Handeln, weder bei uns selbst noch bei den Emittenten, in die wir investieren. Wir stehen in der Pflicht, unserer treuhänderischen Aufgabe gerecht zu werden und in Anlagen zu investieren, die langfristig stabile Renditen bringen, ohne Risiken in den Bereichen Soziales, Ökologie oder Governance einzugehen.

Nicole Becker, Nachhaltigkeitsreferentin

Bildnachweis: siehe Impressum