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12.05.2026

„Ich starte nicht bei null, vieles wurde bereits getan“

Copyright: Heike Bogenberger

Andreas Steimel leitet seit 1. Februar 2026 den Bereich Kapitalanlagen Immobilienmanagement (KI). Er verfügt über fundierte fachliche Expertise und mehr als 25 Jahren Erfahrung im internationalen Immobilienumfeld. Der studierte Wirtschafts- und Steuerwissenschaftler kennt komplexe Organisationsstrukturen und bringt umfangreiche Erfahrung im Prozess- und Organisationsmanagement mit.

Die Berufung von Herrn Steimel als Interimsmanager ist Teil des im Dezember 2025 aufgesetzten Maßnahmenplans vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen einzelner US-Immobilieninvestments. In seiner neuen Rolle wird er im Bereich Kapitalanlagen Immobilienmanagement (KI) die notwendigen Impulse setzen, um den Bereich gezielt zu stärken und weiter zu optimieren.

 

Sie sind jetzt drei Monate bei der Bayerischen Versorgungskammer: Was hat Sie motiviert, die Rolle als Leiter des Bereichs KI zu übernehmen – und das in einer herausfordernden Phase?

Zum einen hat mich das Immobilienportfolio der BVK gereizt. Es ist groß, hochwertig und ich kenne es bereits aus meiner früheren Zeit bei Allianz und PIMCO. Die BVK war damals ein wichtiger Drittinvestor – ich wusste also, wie professionell hier gearbeitet wird.

Zum anderen bin ich jemand, der Herausforderungen nicht scheut. Mir macht es Freude, im Dialog zu klären, Prozesse zu verbessern und eine Organisation weiterzuentwickeln. Die vergangenen Monate waren für die BVK medial sehr intensiv. Ich halte es für wichtig, differenziert zu bleiben: Ja, es gab Vorgänge, die nicht optimal waren. Aber diese pauschal auf den gesamten KI-Bereich oder gar die komplette BVK zu übertragen, wird der Realität nicht gerecht. Das Bild möchte ich geraderücken.

 

Sie bringen reichlich Erfahrung in der Immobilien- und Finanzbranche mit. Welche Stationen oder Erlebnisse haben Sie in Ihrem beruflichen Werdegang besonders geprägt?

Ich kann meine Laufbahn in drei große Etappen einteilen – und jede dieser Stationen war wichtig für mich und hat mich auch geprägt.

Bei der Bundeswehr und Ernst & Young sowie Arthur Andersen habe ich Führungserfahrung gesammelt und Führungskräfte ausgebildet. Das konnte ich dann bei der Allianz bzw. PIMCO anwenden – hinzu kamen Führungsverantwortung sowie Erfahrungen in Compliance, HR, IT und Prozessmanagement. Oftmals war ich die „Übersetzungsstelle“ zwischen Investmentbereichen und der IT. Und während der Corona-Pandemie war ich als globaler Pandemie-Beauftragter für rund 500 Mitarbeitende verantwortlich – eine prägende Erfahrung. Zugleich habe ich als gelernter Steuerberater im Immobilienbereich die technische Tiefe erworben: steuerliche Due Diligence, komplexe Strukturierungen, wirtschaftliche Modellierungen.

Diese Mischung aus Fachlichkeit, Führung und Routine im Umgang mit herausfordernden Situationen hilft heute sehr.

 

Viele Ihrer früheren Aufgaben lagen im Prozess- und Organisationsmanagement sowie im Change-Management. Welche Grundprinzipien begleiten Sie in solchen Transformationsphasen?

Ein Gedanke ist mir besonders wichtig: Change bedeutet Optimierung, Transformation bedeutet Neudenken.

Bei der vor uns liegenden Entwicklungsaufgabe lasse ich mich daher vor allem von der Frage leiten:

Wie würden wir uns heute als Organisation aufstellen, wenn wir komplett neu anfangen würden – mit unseren rund 2,8 Millionen Mitgliedern und Versicherten, 122 Milliarden Kapitalanlagenvolumen und über 1.700 Mitarbeitenden?

Bei der Beantwortung dieser Frage stehen für mich vor allem zwei Dinge im Mittelpunkt:

  1. Der Auftrag – die Versicherten bestmöglich für ihre Altersversorgung aufzustellen.
  2. Die Menschen – Veränderung gelingt nur, wenn man Mitarbeitende einbindet, ernst nimmt und transparent kommuniziert.

Projektteams sind tief im Thema – andere nicht. Diese Distanz zu überbrücken, gehört zur Kernaufgabe guter Führung. Das heißt auch, für eine transparente und regelmäßige Kommunikation zu sorgen.

 

Mit welchem Blick von außen kommen Sie in die Organisation – wo sehen Sie erste Ansatzpunkte, um den Bereich KI weiter zu stabilisieren und zu stärken und was haben Sie in Ihrem zwölfmonatigen Mandat noch vor?

Ich starte nicht bei null, vieles wurde bereits getan – im Compliance-Bereich, bei Prozessen und Zuständigkeiten. Auch zu Anlagegrundsätzen gab es bereits intensive Gespräche.

Ich möchte mich Schritt für Schritt in die Themen einarbeiten. Die Kolleginnen und Kollegen sollen merken: Da ist ein neuer Bereichsleiter, der zuhört und systematisch vorgeht.

Dabei denke ich auch über den eigenen Bereich hinaus. Synergien, Schnittstellen und Zusammenarbeit sind entscheidend – Silos helfen uns nicht weiter. Viele Führungskräfte im Haus sind offen für Veränderung. Diese Energie möchte ich nutzen und dazu beitragen, die BVK weiter voranzubringen.

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